Eine Institution stellt sich vor: Beratungsstelle Scala, Solothurn

Seit 1994 werden auf der Beratungsstelle Scala in Solothurn Paare, Familien und Einzelpersonen beraten. Gegründet vom Seraphischen Liebeswerk Solothurn, wird diese heute von einem eigenständigen Verein getragen und mitfinanziert. Fachlich ist die Stelle unabhängig. Wir möchten hier aufzeigen, wie wir arbeiten und welcher systemische Gedanke dahintersteckt.

Systemischer Ansatz als Grundhaltung

Unsere Arbeit basiert auf der Überzeugung, dass Probleme nicht isoliert bei einzelnen Personen entstehen, sondern meist in den Beziehungssystemen, in denen Menschen leben. Wir schauen auf den Kontext, die Wechselwirkungen und Interaktionen, nicht nur auf die Symptome.

Das bedeutet konkret: wir wollen verstehen, wie ein System bzw. ein Paar oder eine Familie funktioniert, wer was als Problem definiert, weshalb sie sich gerade jetzt melden? Wo liegen die Herausforderungen und wo die Ressourcen für eine Veränderung? Was Gründe dafür, auch etwas nicht verändern zu wollen?

Co-Beratung als zentrales Konzept

Ein Kernmerkmal der Beratungsstelle Scala ist die Co-Beratung: zwei Beratende, eine Frau und ein Mann, arbeiten gemeinsam mit den Klient:innen.

Dieses Konzept hat folgende Vorteile:

  • Es ermöglicht unterschiedliche Perspektiven im gleichen Raum
  • Die Klient:innen können sich in unterschiedlichen Konstellationen sehen und erleben
  • Die Beraterin und der Berater können sich untereinander austauschen, reflektieren und absichern
  • Co-Beratung bietet bezüglich der Neutralität gegenüber den Paaren verschiedene Spielarten

Wir haben mit dieser Form gute Erfahrungen gemacht, besonders in der Arbeit mit Paaren und Familien. Co-Beratung erfordert aber auch Ausbildung, Reflexion und Absprache zwischen den zwei Beraterinnen und Beratern.

Unser Angebot

  • Paar- und Familientherapie – von Beziehungskrisen über Elternfragen bis hin zu Trennungsprozessen
  • Einzelberatung für persönliche Klärungsprozesse im Kontext von Beziehungen
  • Mediation, besonders bei Trennungsprozessen mit involvierten Kindern.
  • Supervision und Coaching für Fachpersonen der Sozialen Arbeit.

Die Anzahl der Sitzungen wird gemeinsam mit den Klientinnen und Klienten festgelegt – orientiert am Bedarf und an den Zielen.

Zugänglichkeit als Auftrag

Ein wichtiges Prinzip unserer Beratungsstelle: Beratung ist unabhängig von finanziellen Mitteln, Weltanschauung oder Wohnort zugänglich.

Die Honorare vereinbaren wir einkommensabhängig zwischen CHF 30 und CHF 380 pro Sitzung. Dies ist nicht als Rabattsystem, sondern als echtes Solidaritätsprinzip gedacht. Wer weniger hat, zahlt weniger. Wer mehr verdient, trägt mehr mit.

Dieses Modell erfordert Akzeptanz dafür, dass die Einnahmen variabel und nicht garantiert sind. Es braucht eine Institution, die dies tragen kann – in unserem Fall das Seraphische Liebeswerk Solothurn als finanzieller Träger.

Team und Qualitätssicherung

Das Team besteht aus langjährig erfahrenen Fachpersonen mit systemischen Weiterbildungen. Die kontinuierliche Reflexion der Arbeit, untereinander und in der Supervision, ist fester Bestandteil unserer Praxis.

Die Beratungsstelle Scala ist Teil der systemischen Fachgemeinschaft und arbeitet mit anderen Institutionen im Kanton Solothurn zusammen. Der kollegiale Austausch mit Systemis-Mitgliedern und mit anderen Beratungsstellen ist für uns wichtig.

Simon Mäder, Leitung Beratungsstelle Scala

Kontakt
Beratungsstelle Scala
Weissensteinstrasse 5
4500 Solothurn

Telefon: 032 624 11 99
E-Mail: info@beratungsstelle-scala.ch
Website: www.beratungsstelle-scala.ch