FÜR KLIENT:INNEN
Was ist der systemische Ansatz?
Systemische Zugänge eröffnen neue Perspektiven und unterstützen wirksam die ganzheitliche Entwicklung.
Der systemische Ansatz geht davon aus, dass unser Denken, Fühlen und Handeln einerseits vom sozialen Umfeld beeinflusst wird – also von Familie, Freundeskreis, Arbeitsplatz und anderen Beziehungen – und anderseits beeinflussen auch wir unser Umfeld. Anstatt nur die einzelne Person zu betrachten, schauen wir darauf, wie mögliche Schwierigkeiten in einem grösseren Zusammenhang zu verstehen sind und wo sich Ansätze für neue Lösungen finden lassen.
Ein einfaches Bild: Wer einen Knoten lösen will, kann meist nicht nur einfach an einem Faden ziehen. Häufig wird der Knoten sonst fester oder er ist überhaupt erst so entstanden. Es gilt genau zu schauen, wie die Fäden zusammenhängen und vielleicht sogar an mehreren Stellen gleichzeitig anzusetzen, um den Knoten zu lockern.
Genauso funktioniert der systemische Ansatz: Gemeinsam erkunden Sie Muster im Denken, Fühlen und Handeln und in Ihren Beziehungen. Wechselwirkungen zwischen diesen Ebenen werden bewusster, Ressourcen wieder zugänglich und neue Möglichkeiten und Wege werden eröffnet.
Die Systemische Beratung und Therapie ist eine der grossen Beratungs- und Therapieströmungen und ist sowohl bei der Standesorganisation der Ärzte und Ärztinnen (FMH) als auch bei der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) als wissenschaftlich fundierte Psychotherapiemethode anerkannt.
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«Psychotherapie», «Therapie», «Beratung» oder «Coaching»?
Häufig werden diese Begriffe sehr ähnlich verwendet und eine inhaltliche Abgrenzung ist in der Fachwelt umstritten. Dies insbesondere, weil die jeweils angewandten Methoden sehr ähnlich sind. In Bezug auf die behandelten Themen ist im Alltag eine häufige Unterscheidung, dass in «Therapie» und insbesondere «Psychotherapie» Menschen unterstützt werden, welche ein eher tiefergreifendes seelisches Leid erfahren, welches viele Lebensbereiche beeinflusst. Im Falle einer «Psychotherapie» spricht man dann von einer behandlungsbedürftigen psychiatrischen Erkrankung. Demgegenüber werden in «Beratung» und «Coaching» eher klarer umrissene alltags- und handlungsorientierte Lösungen nachgefragt. Die Abgrenzung ist aber wirklich schwierig, weil auch in einer Psychotherapie die konkrete Alltagsbewältigung ein Thema sein kann, genauso wie es Sinn machen kann, in einem Coaching den Einfluss von Mustern aus der Vergangenheit zu thematisieren.
Wichtig zu wissen ist, dass lediglich die Bezeichnung «Psychotherapie» ein geschützter Begriff ist mit klaren Vorgaben an die Ausbildung. Dies hat auch damit zu tun, dass nur «Psychotherapie» über die Krankenkasse abgerechnet werden kann (siehe unten «Qualifikationen» und «Abrechnung und Tarife»). Deshalb ist insbesondere bei der Suche im Bereich Therapie/Beratung/Coaching ein Qualitätslabel wie das von Systemis zentral, damit Sie – wie z.B. bei den bei Systemis aufgeführten Fachpersonen – wissen, dass die Person einen seriösen fachlichen Hintergrund hat.
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Qualifikationen
Psychotherapeut:innen haben entweder Psychologie oder Medizin studiert und anschliessend eine anerkannte Psychotherapieweiterbildung, z.B. eine systemische, absolviert. Bei Systemis werden sie unter dem Titel «Psychotherapeut:in Systemis» aufgeführt. Berater:innen und Therapeut:innen mit einem Hochschulabschluss in sozialer Arbeit oder einem vergleichbaren Abschluss und einer von Systemis anerkannten systemischen Weiterbildung werden unter dem Titel «Systemische Therapie und Beratung Systemis» oder «Systemische:r Berater:in Systemis» aufgeführt.

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Abrechnung und Tarife
Psychotherapie kann über die Krankenkasse abgerechnet werden. Grundlage hierfür ist die Diagnose einer psychiatrischen Erkrankung.
Für Therapie, Beratung und Coaching sind keine festen Tarife definiert. Üblich sind, je nach Kanton, Stundenansätze von CHF 150.– bis 240.–, im Bereich der institutionellen Supervision von CHF 200.– bis 300.–.
Die Frage der Finanzierung (Tarif, allfällige Übernahme durch Grund- oder Zusatzversicherung, IV oder andere Versicherungen, Selbstzahler:in) sollte immer bei oder vor den ersten Kontakten individuell besprochen werden.