Die SalutoGEH-Impuls-Reihe – systemisch-salutogenetische Gesundheitsförderung erleben
Seit jeher faszinieren mich die Fragen: Welche Strukturen und Kommunikationswege in unterschiedlichen Systemen – etwa im Familien-, Gesundheits- oder Bildungssystem, aber auch im Körper-Psyche-Emotions-System und im Nervensystem – begünstigen das Aufrechterhalten von Mustern? Wie hängen diese Ebenen miteinander zusammen, wie beeinflussen sie sich gegenseitig und welche Rückkopplungsschleifen lassen sich dabei beobachten?
Was hält Menschen trotz Belastungen gesund? Was trägt dazu bei, dass sie Zusammenhänge begreifen, mit Herausforderungen umgehen und das, was ihnen bedeutsam ist, als Orientierung nutzen können? Und was entsteht, wenn systemisches und salutogenetisches Wissen miteinander in Verbindung gebracht und erfahrbar gemacht wird?
Aus diesen Fragen ist mein Wunsch entstanden, systemisch-salutogenetische Theorien erlebbar zu machen. Dies gelang mir nur durch eigenes Erleben, eigenes In-mich-Gehen und dadurch, ziemlich viel und oft durch den Wald zu gehen.
Daraus und dabei entstand die SalutoGEH-Impuls-Reihe.
Hier handelt es sich um vier 90-minütige, einzelne und unabhängig voneinander besuchbare Impulsangebote. Die erfahrungsorientierten, ressourcenorientierten Impulse vereinen jeweils unterschiedliche Zugänge zu inneren Fragestellungen: über die Wahrnehmung von Körperempfindungen und Körperbewusstsein, Atem-, Emotions- und Gedankenbeobachtung sowie über Bewegungen, Atemübungen und systemisch-salutogenetische Inputs.
Es handelt sich dabei um keinen linearen oder theoretischen Kurs. Jeder Impuls hat einen eigenen Schwerpunkt und Impulscharakter, der durch das Erleben Möglichkeiten öffnet, Zusammenhänge erfahrbar und erinnerbar zu machen.
Hierbei spielt das Zusammenspiel verschiedener Ebenen wie Körper, Emotionen, Gedanken und Umfeld – die oben genannten und weitere Systeme – eine grosse Rolle. Das Setting wurde zudem bewusst je nach Impuls gewählt, so dass drei der vier Impulse in der Natur stattfinden und ein Impuls in einem erfahrungsorientierten Online-Format.
Die Impulse können sowohl von Einzelpersonen als auch von Teams und anderen Systemen als exklusives Kleingruppenangebot erlebt werden und eröffnen dabei je nach Kontext unterschiedliche Zugänge zu den jeweiligen Fragestellungen.
Diese Verbindung von systemischem und salutogenetischem Denken ist für mich nicht nur theoretisches Wissen. Sie ist aus eigenem Erleben heraus entstanden und prägt bis heute die Gestaltung der einzelnen Impulse.
Die Impulse sind geprägt durch Gemeinsamkeiten von systemischen und salutogenetischen
Theorien:
1. Ressourcenorientierung
Die ressourcenorientierten Ansätze der Salutogenese – „Was hält den Menschen trotz Belastungen gesund?“ – und der ressourcenorientierte systemische Ansatz mit Blick auf Fähigkeiten und Lösungsansätze eines Systems dienen jeweils zur Aktivierung bereits vorhandener Potenziale, um Krisen selbstwirksam zu bewältigen.
2. Kontextualisierung und Wechselwirkungen
Die Kontextualisierung in der Salutogenese zeigt sich in der Sicht, dass Gesundheit als eindynamischer Prozess auf einem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum gesehen wird.
Beim systemischen Ansatz wird ebenfalls der Mensch in seinem Kontext betrachtet: Ein Individuum kann aus systemischer Sicht nur im Wechselspiel mit seiner Umwelt – seinen Systemen, wie z. B. den oben genannten – verstanden werden.
Daraus ergibt sich, dass beide Ansätze Gesundheit respektive Verhalten als Resultat von Wechselwirkungen zwischen Individuum und Umwelt betrachten.
3. Kohärenzgefühl
Das Kohärenzgefühl ist das Herzstück der Salutogenese. Es beinhaltet drei Komponenten, die systemisch „übersetzt“ werden können.
a) Verstehbarkeit: Systemisch übersetzt könnte dies bedeuten, die Kommunikations-, Denk- und Verhaltenslogik sowie die Regeln eines Systems zu durchschauen.
b) Handhabbarkeit: Systemisch entspricht dies der Überzeugung, dass das System bereits die Lösung für seine Probleme in sich trägt.
c) Sinnhaftigkeit: Systemisch verbindet sich dies mit der Sinnstiftung und dem Reframing (Umdeuten) von Krisen als Wachstumschancen.
Ich nutze bei meiner erfahrungsorientierten Weiterentwicklung für die drei Komponenten des Kohärenzgefühls die Begriffe Begreifbarkeit (Verstehbarkeit), Bewältigbarkeit (Handhabbarkeit) und Bedeutsamkeit (Sinnhaftigkeit).
4. Dynamik und Selbstorganisation
Der salutogenetische und systemische Blick auf Dynamik und Selbstorganisation vereint das Vertrauen auf die Fähigkeit von lebenden Systemen, sich durch innere Neuorganisation an veränderte Aussenbedingungen anzupassen – nicht im Sinne eines Optimierens oder Kompensierens, sondern der eigenen Wesensnatur entsprechend.
In meiner SalutoGEH-Impuls-Reihe verschmelzen beide Ansätze zusammen mit der Bewegungs-/GEH-Ebene:
SalutoGEHerdet – Halt finden
Hier geht es um das Wiederentdecken von Halt in sich selbst – und der eigenen Ressourcen, die auch in bewegten Zeiten Orientierung und Selbstwirksamkeit ermöglichen können.
SalutoGEHnial – Ausrichten
Im Fokus steht das Wahrnehmen innerer Ressourcen und der eigenen inneren Genialität. Der Blick richtet sich auf das, was bereits da ist und als Orientierung dienen kann.
SalutoGEHruhsam – Innehalten
Im Mittelpunkt steht das Innehalten und das Wiederentdecken von Ruhe und Stille in sich selbst – ein Raum, in dem Wahrnehmung ohne etwas leisten zu müssen möglich werden kann.
SalutoGEHlassen – Zulassen
Im Vordergrund steht das Wahrnehmen und Zulassen von Emotionen. Sie können als Orientierungshilfe erforscht werden und dabei einen Zugang zu eigenen Bedürfnissen eröffnen.
Durch diese Impulse mit verschiedenen Schwerpunkten soll ein Raum für mögliche Prozesse und Erfahrungen entstehen, um einen leichteren Zugang zur eigenen Wahrnehmung zu finden,Zusammenhänge durch das Erleben besser erkennen zu können und vorhandene Ressourcen wieder bewusster und verkörpert zu erinnern.
Des Weiteren sollen Erlebnis- und Fokusräume dazu einladen, durch das Erleben vielfältige Perspektiven und Möglichkeiten der eigenen Orientierung und Selbstwirksamkeit (wieder) zu entdecken.
Dabei dürfen die Fragen:
Welche Strukturen und Kommunikationswege in unterschiedlichen Systemen – etwa im Familien-, Gesundheits- oder Bildungssystem, aber auch im Körper-Psyche-Emotions-System und im Nervensystem – begünstigen das Aufrechterhalten von Mustern? Wie hängen diese Ebenen miteinander zusammen, wie beeinflussen sie sich gegenseitig und welche Rückkopplungsschleifen lassen sich dabei beobachten?
Was hält Menschen trotz Belastungen gesund? Was trägt dazu bei, dass sie Zusammenhänge begreifen, mit Herausforderungen umgehen und das, was ihnen bedeutsam ist, als Orientierung nutzen können?
Und was entsteht, wenn systemisches und salutogenetisches Wissen miteinander in Verbindung gebracht und erfahrbar gemacht wird?
… in einem lebendigen, dynamischen, bewegten Prozess erlebbar werden und offen bleiben …
Zu meiner Person:
Simone Attermeyer, naturverbundene Intensivwahrnehmerin mit einem Faible für Ge(h)spräche (gerne auch mal im Stillschweigen) und Innehaltemomente in Bewegung, Ärztin mit interdisziplinärem beruflichem Hintergrund, tätig im Gesundheitswesen seit 2003, Gründerin von SalutoGEHnesis, Prozessbegleiterin und Impulsgeberin, Entwicklerin eines ergänzenden systemisch-salutogenetischen Gesundheitsförderungsansatzes
https://salutogehnesis.com/ E-mail: salutogehnesis@hin.ch